Das Wilhelm-Alban-Museum wurde am 17.09.2005 eröffnet

verscheidene Badefen
 
 

Die Geschichte, Technik und Faszination von Gussöfen und Küchenherden ist eines historischen Rückblicks wert.

Wer kennt sie noch? Die alten Küchenherde aus Gusseisen oder aus emailliertem Eisenblech. Die bullerten und prasselten, wenn man sie mit Holz, Kohle oder anderen festen Brennstoffen fütterte, die manchmal auch staubten, rauchten und qualmten, die oft einen langen Rauchabzug besaßen, der intensiv wärmte, wenn man in seine Nähe kam. Es gab Öfen, die durchsichtige Fenster besaßen und bei denen man nicht müde wurde, das Züngeln der Flammen und deren verglimmen zu beobachten.

Eine Vielfalt von Geräten zum Heizen und Kochen haben die Entwicklung der Menschheit begleitet. Aus dem primitiven Feuerloch und der ebenerdigen Feuerstelle, entwickelten sich die unterschiedlichsten Öfen und Herde zum Heizen und Kochen.

Gussfen

Zwei Triebfedern haben diese technische Entwicklung vorangetrieben:
Der Wunsch nach mehr Komfort - behagliche Wärme zur gewünschten Zeit und im gewünschten Raum, weniger Rauch, Ruß, Staub beim Feuern, weniger Mühsal beim Nachfüllen von Brennmaterial und beim Aschen leeren - und nicht zuletzt die Einsicht, sparsam mit Brennstoffen umgehen zu müssen und in allen Phasen der Feuerungstechnik für optimale Voraussetzungen zu sorgen.

Aus der Einzelplatzfeuerung entwickelte sich die Zentrale Heizanlage, aus dem Zeitbrand mit Holz und Torf, der Dauerbrand mit Kohle und Brikett. Schließlich lösten Gas, Elektrizität, Öl und Solare Energien die festen Brennstoffe weitgehend ab. Eiserne Öfen und Herde wurden zunächst in Schuppen und Ställe, bestenfalls in Museen und Sammlungen verbrannt.

Doch die heiße Liebe zu heißen Öfen und Herden loderte wieder auf. Diese Sehnsucht nach dem erlebbaren Feuer und dem Heizen mit Holz hat viele Väter.

Die Arbeitszeitverkürzungen und Erleichterungen im Haushalt haben die Wende von der früheren Qual zur heutigen Lust, ebenso ermöglicht wie die Wiederentdeckung von Historischen Heiztechniken im Zuge von Ökologie und Baubiologie.

Sonderöfen: Bad, Haushalt und Werkstatt

Badefen

Die Tätigkeiten Waschen und Baden wurden lange im Mehrzweckraum Küche ausgeübt. Die Einrichtung von Badezimmer und Waschküchen war ein Komfort und Fortschritt, der erst Anfang des 20. Jahrhunderts stattfand.

Die Badeöfen besaßen im Unterteil eine Brennkammer und darauf einen Wasseraufsatz aus Kupfer.

Zylinderbadeöfen waren in aufwändiger Ausführung mit vernickelter Mischbatterie mit Brause und Thermometer ausgestattet, sowie mit vernickelten Hähnen.

Alternativ zu Holz und Kohle wurden sie auch mit Gasheizung und Dampfrohrschlange geliefert. Ab 1905 gab es Gasbadeöfen als geschlossenes System in Kupfer, die bei einem Fassungsvermögen von etwa 100 Liter in einer Minute etwa 16 Liter durchlaufendes Wasser um 25° C erhitzen konnten. Die typischen Kupferbadeöfen gab es in Normalausführung naturfarbig, gehämmert und zaponiert, auf Wunsch auch glatt-weiß gespritzt.

Ofenplatten wurden in der Eifel-, im Sieger- und Saarland, in Schwaben und im Harzgebiet hergestellt. Über die Datierung der ältesten Ofenplatten herrscht in der Literatur keine Einigkeit. In Süddeutschland sollen sie etwa seit 1325 nachweisbar sein, eine Quelle über Ofenmacher in Köln erwähnt das Jahr 1414. Die frühesten urkundlichen Nachrichten über den Ofenguss im Siegerland, dem Stammland des Eisengusses vermerken das Jahr 1486. Im Elsass ist der Ofenguss seit 1512 urkundlich festgehalten. In Württemberg begannen die Eisenhütten ebenso wie in Sachsen um 1525 mit ihrer Produktion. Hessen folgte nur einige Jahre später.

Mit Musterbüchern informierten Eisenhütten und Gießereien über ihr Angebot. Das älteste Musterbuch datiert aus dem Jahre 1808 und wurde von Wilhelm Achenbach von der Marienborner Hütte bei Siegen angefertigt.

Nach den frühen Fünf-, später Sechsplattenöfen und den schlichten Kanonen- oder Rundöfen entwickelte sich bis zum 19. Jahrhundert eine Fülle von Zimmeröfen der unterschiedlichsten Bauart, die als Etagenöfen, Zirkulieröfen, Kassettenöfen, Säulenöfen, Pyramidenöfen, Urnenöfen, Hopewell- und Margarethenöfen in Prospekten auftauchten.

Gussofen

In Verbindung mit Eleganten Zusatzteilen für die Feuerung wie Aschenkasten, Feuerzange, Schaufel und Schürhaken, boten sie den Eisengießereien und den spezialisierten Schlossereien ein vielseitiges Betätigungsfeld.

Die Vormachtstellung der Eisengießereien als Ofenhersteller wurde Mitte des 18. Jahrhunderts durch das Vordringen der Sparöfen und Sparherde zurückgedrängt. Es setzte einen Umstellungsprozess in Gang, an dessen Ende spezielle Herd- und Ofenfabrikate standen, die transportable, emaillierte, geflieste und kachelummantelte Zimmeröfen und Herde aus vielen Einzelteilen herstellten.

Diese neuen, technisch komplizierten Öfen und Herde bestanden aus Gussteilen und dünneren Eisenplatten aus veredelten Eisenblechen sowie einer Fülle von Einzelteilen für die Frischluft- und Zugregulierung.

Zur Vermeidung der Korrosionsgefahr wurden die Oberfläche mit Graphit behandelt, später auch emailliert.

Die 1875 in Gelsenkirchen-Schalke aus einer Schmiede entstandene Herdfabrik Küppersbusch fertigte 1890 bereits mit 100 Mitarbeitern täglich 50 Herde und Öfen an.

Vor Ausbruch des ersten Weltkrieges 1914 war der jährliche Produktionsausstoss auf 80.000 Herde und Öfen gewachsen.

Damit hatte sich Küppersbusch zum größten Spezialbetrieb des Kontinents entwickelt.

Ende des 19. Jahrhunderts hatte Steinkohle in den Städten alle anderen Brennstoffe verdrängt.

Mitte des 19. Jahrhunderts kam in England Gas als Energiequelle auf. Ende des 19. Jahrhunderts hatte sich das elektrische Licht bereits in den städtischen Haushalten durchgesetzt, doch der Elektroherd blieb für die meisten Hausfrauen ein Wunschtraum, der erst nach dem ersten Weltkrieg in Erfüllung gehen sollte.

Die Spenglerwerkstatt

 

 


 

Die Gründung des Museums ist ganz eng mit dem persönlichen Werdegang von Wilhelm Alban verbunden.

 

Chronik von Herrn Wilhelm Alban und der Firma

Wilhelm Alban
Wilhelm Alban

Der Gründer der Firma, war mein Großvater Friedrich Alban im Jahre 1888. Er war der jüngste von vier Brüdern.

Die Firma Alban besteht in diesem Jahr 117 Jahre.

Seine Brüder gründeten eine Ziegelei in Freienseen und eine weitere auf dem Gelände der heutigen Firma Weimer (früher Henner Helwig).

Als 16-jähriger war für meinen Großvater zu Hause kein Platz mehr, daher ging er auf die Wanderschaft. Der Weg führte ihn nach Frankfurt, wo er als Schuhputzer sein erstes Geld verdiente. Dieses verwendete er für eine Fahrkarte in die Schweiz. Dort fand er einen Arbeitsplatz in einer französischen Kunstspenglerei, wo er die Fähigkeiten als Spengler und Installateur erlernte. Auf dem Rückweg nach Laubach lernte er in Sachsen-Anhalt seine Frau kennen.

Im Jahre 1888 gab man dann die Grünung eines Spengler- und Installationsgeschäftes auf dem Marktplatz bekannt.

Aber es mangelte an Arbeit und Geld, mit Viehzucht und Ackerbau brachte man sich durch die erste Zeit.

Meine Oma Wilhelmine, wanderte mit der Kieze auf dem Rücken, mit Kessel und Pfannen, die ihr Mann angefertigt hatte, von Dorf zu Dorf, um sie dort den Leuten anzubieten.

Mein Großvater war bei den Dorfschmieden bekannt, die vermittelten die Ware an die Bevölkerung weiter.

Nach einer gewissen Zeit konnte man sich dann schon einen kleinen Wagen aus Holz leisten, der von einem Hund namens Sultan über das Land gezogen wurde.

Mein Vater Christian Alban wurde 1809 in Laubach geboren. Mit 14 Jahren kam er zu der Spenglerei Schröder nach Grünberg in die Lehre. Täglich musste er zu Fuß dorthin. Wie überall hieß es auch hier Samstags zu arbeiten und am Abend noch die Straße zu kehren. Der Wochenlohn betrug 50 Pfennig.

Zur Winterzeit zog man den Schlitten mit Werkzeug zu den Arbeitsstellen. Mit 17 kam er mit dem Gesellenbrief zurück, wo er dann im elterlichen Betrieb arbeitete und mit dem Großvater den Betrieb führte.

Er heiratete im Jahr 1934 meine Mutter Berta Lutz aus Gonterskirchen. Aus dieser Ehe gingen 3 Kinder hervor.

Wilhelm Alban wurde am 18.09.1938 in Laubach geboren.

Mein erster Beruf war Elektriker bei der Fa. Löchel in Grünberg, mit Abschluß des Gesellenbriefes im Jahre 1955. Danach begann ich eine Lehre als Spengler u. Installateur bei meinem Vater Christian. Die Lehre beendete ich im Jahre 1958 mit dem Gesellenbrief. Im Jahre 1963 folgte der Meisterbrief als Spengler u. Installateur. 1965 übernahm ich die Firma. 10 Jahre zuvor hatte ich schon ein Geschäft mit Elektrogeräten, so dass ich in diesem Jahr auf eine 50-jährige Selbständigkeit blicken kann.

Danach stellte ich einen Heizungsbaumeister ein, daß die Ausführung von Heizungsanlagen mit ausgeführt werden konnten.

1963 heiratete ich Liesel Alban geb. Meckel, die mir in all den Jahren immer mit Rat und Tat zur Seite stand.

Mein Sohn Jörg Alban wurde geb. am 06.08.1963 in Giessen. Er hat eine Lehre als Heizungs- u. Lüftungsbauer bei der Firma Wilfert in Harbach abgeschlossen. Nach der Lehre legte er sein Fachabitur in Nidda ab und anschließend am 04.06.1992 seine Meisterprüfung als Heizungs- u. Lüftungsbauer in Wiesbaden . Am 24.09.1992 seinen Meisterbrief als Gas- und Wasserinstallateur in Bayreuth und am 12.02.1999 seinen Betriebswirt des Handwerkes in Bamberg.

Der Betrieb befand sich früher auf dem Marktplatz. Die Spenglerei von 1888 sowie die kpl. Geschäftsbücher aus dieser Zeit, die heute noch erhalten sind, können besichtigt werden in unserem neu errichteten Museum.

Der Umzug zum Tiergärtner Teich erfolgte am 06.07.1974, wo ich mit meinem Sohn Jörg zusammen den Betrieb noch heute führe.